Elisabeth Scharfenberg, Mitglied im Deutschen Bundestag

Mitglied im Deutschen Bundestag

Elisabeth Scharfenberg MdB: Vom Atombeschluss profitieren nur die Atomkonzerne - zahlen müssen wir alle

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat auf ihrer Herbstklausur die Mainzer Erklärung "Jetzt erst recht: Energiewende statt Rolle rückwärts" verabschiedet.

08.09.2010

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat auf ihrer Herbstklausur die Mainzer Erklärung "Jetzt erst recht: Energiewende statt Rolle rückwärts" verabschiedet. Dazu  erklärt die oberfränkische Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg:

Die von der Bundesregierung ausgehandelte Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sind ein Luxusgeschenk für die großen Atomkonzerne RWE, Eon und Co. Sie können nun 100 Mrd. Euro an zusätzlichem Profit einstreichen. Lediglich 15 Prozent  davon – allerdings auch nur auf freiwilliger Basis - sollen für die Verbesserung der Energieeffizienz investiert werden.

Zu zahlen haben wir das alle. Zum einen durch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, das von den alten störanfälligen Reaktoren ausgeht. Kein einziger der laufenden Reaktoren wäre heute noch genehmigungsfähig. Zu anderen zahlen wir auch für die Vermehrung des Atommülls, für den es noch immer kein sicheres Endlager gibt. Ebenfalls zahlen werden die kleinen Anbieter und Stadtwerke auch in Oberfranken, die zunehmend in Öko-Energien und Kraftwerkparks investiert haben. Für sie wird die Laufzeitverlängerung teuer. Bundesweit wird mit Verlusten von rund 7 Mrd. Euro gerechnet.

Insgesamt wirft die Laufzeitverlängerung den Ausbau des boomenden Wachstumsmarktes der erneuerbaren Energien um Jahre zurück. Anstatt in Zukunftstechnologien und neue Netze zu investieren, wird die kohle- und atomdominierte Infrastruktur künstlich erhalten. Dabei könnten erneuerbaren Energien, angesichts der rasanten Entwicklung auf diesem Gebiet, bereits in 10 Jahren den deutschen Energiebedarf fast komplett abdecken. Statt dessen wird die Monopolstellung der vier Atomkonzerne gestärkt, die damit weiter hohe Strompreise diktieren können.

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