Elisabeth Scharfenberg, Mitglied im Deutschen Bundestag

Mitglied im Deutschen Bundestag

Suizide fordern immer noch mehr Opfer als Verkehr

Anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstages am 10.September 2009

09.09.2009

Anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstages am 10.September 2009 erklärt Elisabeth Scharfenberg, bayerische Bundestagsabgeordnete und Mitglied des Gesundheitsausschusses:

In den letzten Jahren gingen die Selbstmordzahlen in Deutschland erfreulicherweise zurück. Dennoch nahmen sich im Jahr 2007 immer noch knapp zehntausend Menschen das Leben. Das sind mehr als das doppelt so viele Opfer, wie sie der Straßenverkehr fordert. Für das Jahr 2008 wird im Folge der Wirtschaftskrise allerdings wieder ein Anstieg der Suizidrate erwartet.

Ein Suizid trifft nicht nur das Opfer selbst. Er ist auch eine große Belastung für die Angehörigen, Freundinnen und Freunde. Die Folgen sind neben großer Trauer und Verzweiflung über den Verlust eines geliebten Menschen oft auch Schuldgefühle. Jährlich werden so bis zu 300.000 Menschen von diesem Thema betroffen.

Insbesondere bei älteren und alten Menschen sind die Suizidraten erschreckend hoch. Das liegt vor allem daran, dass sie im Alter immer öfter allein leben müssen. Daher ist es für eine wirksame Suizidprävention wichtig, ältere und alte Menschen in soziale Netzwerke einzubinden. Wir müssen ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem sich alte Menschen nicht überflüssig und ausgeschlossen fühlen. Entscheidend ist zudem durch eine menschliche Pflege ein Altern in Würde zu ermöglichen.

Das Problem Suizid wird gesellschaftlich viel zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Aber wir dürfen eine Tabuisierung nicht zulassen. Wir müssen auch dieses Thema offen in unserer Gesellschaft besprechen. Denn nur so ist wirksame Prävention und eine Senkung der Opferzahlen möglich. Deshalb ist der Suizid-Präventionstag so wichtig. Er soll Aufmerksamkeit für dieses gern verdrängte Thema herstellen.

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