Elisabeth Scharfenberg, Mitglied im Deutschen Bundestag

Mitglied im Deutschen Bundestag

"In der Pflege grenzüberschreitend denken"

Tschechische Gesundheitsministerin und Grünen-Bundestagsabgeordnete in Pflegeheimen

03.09.2007

Im Rahmen des Projektes "Grenzüberschreitende Kooperation in der Pflegeausbildung" trafen sich die tschechische Ministerin für Soziales und Gesundheit, Dzamila Stehlikova, und die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg, pflegepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, zum Gedankenaustausch bei Besuchen in tschechischen und deutschen Pflegeheimen.

Eingeladen hatte das Berufliche Fortbildungszentrum der bayerischen Wirtschaft (bfz), das in Hof dieses Projekt zwischen der Altenpflegeschule Erbendorf und der Gesundheitsschule Eger koordiniert. Erste Station war ein privates Pflegeheim in Dolni Rychnov bei Sokolov. Projektkoordinator Markus Schöfthaler vom bfz Hof hieß dort die tschechische Ministerin Dzamila Stehlikova und die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg willkommen.

In der ehemaligen Schule von Dolni Rychnov ist in den neunziger Jahren eine private Reha - und Pflegeeinrichtung entstanden, in der derzeit 83 Patienten auf drei Stationen beherbergt werden. Dabei legen die Betreiber großen Wert darauf, sich an europäischen Standards zu orientieren und zum Wohle der Patienten zu arbeiten. Untergebracht sind in dem Heim auch ein mobiler Pflegedienst und eine Sozialstation, im Herbst wird im Gebäude nebenan ein Heim für Demenzkranke eröffnet. Ein Lob gab es von der Ministerin für die Betreiber der Pflegeeinrichtung, denn eine individuelle Betreuung der Pflegebedürftigen sei in vielen Heimen in Tschechien noch kein Standard. Auch Elisabeth Scharfenberg zeigte sich beeindruckt von der Einrichtung und den Angeboten für die Bewohner.

Ein reges Gespräch über die Pflege in Deutschland und Tschechien führte Elisabeth Scharfenberg anschließend mit der tschechischen Ministerin, gebe es doch diesseits und jenseits der Grenze die selben Probleme. Dabei unterstrich die oberfränkische Bundestagsabgeordnete, dass es wichtig sei, im Pflegebereich europäisch zu denken und gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Ein gutes Beispiel dafür sei, so die pflegepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, das Projekt der grenzüberschreitenden Kooperation in der Pflegeausbildung zwischen den Pflegeeinrichtungen in Erbendorf und Eger. Besonders erfreut zeigte sich die tschechische Ministerin, dass Elisabeth Scharfenberg ihr Informationsmaterial zur Pflegepolitik von Bündnis 90/Die Grünen in tschechischer Sprache überreichte. Denn ihr Land, so die Dzamila Stehlikova, müsse im Pflegebereich noch einiges aufholen und könne vom Nachbarn, unter anderem im Bereich des Qualitätsmanagements, noch viel lernen.

Über den Grenzübergang Schirnding ging es dann nach Deutschland. Hier wurde das BRK-Senioren- und Pflegeheim in Kemnath besucht, das ebenso wie die Einrichtung in Tschechien mit dem bfz Hof im Rahmen des Projektes zusammenarbeitet. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen kritisierte in Kemnath die geplante Pflegereform der Bundesregierung, die viele Probleme nicht aufgreift, sondern nur Schönheitskosmetik betreibt. Vor allem die Finanzierung der dringend notwendigen Pflegereform sei ungeklärt. Doch gute Pflege koste, so Scharfenberg, auch Geld. Die tschechische Ministerin sprach von einem Pflegenotstand in ihrem Land, unter anderem würden Pflegebedürftige diskriminiert. Auch Dzamila Stehlikova lobte das grenzüberschreitende Projekt des bfz Hof, dass Barrieren abbaue. Pflegekräfte in Deutschland und Tschechien würden von der gemeinsamen Ausbildung profitieren, bekundeten beide Politikerinnen übereinstimmend.

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